Das Central Kalahari Game Reserve, kurz CKGR, liegt mitten in Botswana und nimmt fast ein Zehntel der Landesfläche ein. Gegründet wurde es 1961. Die englische Wikipedia nennt es das zweitgrößte Wildreservat der Welt. Hier versorgst du dich komplett selbst: Auf den Campingplätzen gibt es kein Wasser, kein Netz und keinen Sprit.
- Fläche, größer als die Niederlande
- 52.800 km²
- Gründung des Reservats
- 1961
- verbrannten beim Feuer im September 2008
- rund 80 %
- Matswere, Tsau, Xade, Khutse South
- 4 Gates
Das Land ist flach und sandig, Gras und Busch decken alte Dünen. Durch das Reservat ziehen sich vier fossile Flusstäler. Das bekannteste ist das Deception Valley, das sich vor rund 16.000 Jahren zu bilden begann. In seinen Pfannen und auf den Grasflächen sammelt sich nach dem Regen das Wild.
Geschlafen wird auf 26 einzeln liegenden Campingplätzen ohne Zaun. Einen Teil führt die Wildschutzbehörde DWNP, darunter die Plätze im Deception Valley, den anderen Teil Bigfoot Tours aus Maun, etwa Passarge, Piper Pan und Sunday Pan. Du buchst direkt beim jeweiligen Betreiber, manche Plätze sind ein Jahr im Voraus vergeben.
Tiere im Sand
In der Zentral-Kalahari leben Löwen, Leoparden, Geparden und Wildhunde, dazu Braune Hyänen, Löffelhunde und Erdmännchen. Die großen Herden bilden Oryx, Springböcke, Gnus und Kuhantilopen. Auch Giraffen und Strauße kommen vor. Alle verteilen sich über ein riesiges Gebiet. Wo es geregnet hat, sind die Herden.
Darum reist du am besten von Januar bis April. Dann steht frisches Gras in den Tälern, und die Herden ziehen in die Pfannen. In der Trockenzeit ist das Wild weit verstreut, und die Hitze im Oktober und November drückt.
Gates, Pisten und Torzeiten
Von Nordosten fährst du über das Matswere Gate ein. Von Rakops sind es 45 Kilometer Sandpiste bis zum Tor, von dort rund 40 Kilometer bis ins Deception Valley. Aus Ghanzi fährst du 155 Kilometer zum Tsau Gate im Westen. Xade liegt ebenfalls im Westen, im Süden führt der Weg über Khutse South.
Matswere öffnet von April bis September um halb sieben und schließt um halb sieben am Abend. Von Oktober bis März gilt fünf Uhr dreißig bis 19 Uhr, Stand der Quelle Juni 2025. Im Reservat fährst du nur Allrad, oft im tiefen Sand.
Was du mitbringen musst
Die letzten Tankstellen liegen in Rakops und Ghanzi. Botswanas Tourismusbehörde rät für Wüstengebiete zu 50 bis 100 Litern Wasser pro Person und zu mindestens 100 Litern Treibstoff in Zusatztanks oder Metallkanistern. Ein Handynetz gibt es im Reservat nicht. Nimm deshalb ein Satellitentelefon mit, wenn du allein unterwegs bist.
Gebühren und Permit
Seit dem 1. April 2022 zahlen ausländische Erwachsene in der CKGR BWP 190 pro Tag, Stand Oktober 2026. Davor galten, nach Angaben des UN-Programms BIOFIN, über zwanzig Jahre lang dieselben Sätze, unverändert seit 2000. Und das Fahrzeug? Ein Vermieter in Maun nennt P75 pro Tag, andere Quellen P50 oder P115.
Im Februar 2026 schlug das Tourismusministerium BWP 500 für Ausländer vor, gelten sollte das ab dem 1. April 2026. Am 31. März 2026 wurde die Erhöhung verschoben, laut dem Sender Gabz FM um zwei Jahre. Ein Buchungsportal führt trotzdem schon BWP 500, Stand Oktober 2026 gilt aber weiter der Satz von 2022. Ohne Campingbuchung bekommst du kein Permit. Die Rechnung des Betreibers gehört zu den Unterlagen, mit denen die DWNP das Permit ausstellt, bezahlt wird vorab oder bar am Gate.
Die San und das Reservat
Die San leben seit Jahrtausenden in diesem Gebiet. Ab Mitte der 1990er Jahre drängte die Regierung sie hinaus: 1997 wurden drei Viertel von ihnen umgesiedelt, im Oktober 2005 folgte eine weitere Welle, danach lebten noch etwa 250 Menschen im Reservat. 2006 erklärte ein Gericht in Botswana die Vertreibung für illegal.
Zurück durften danach nur wenige. Nach Angaben der Organisation Survival International wies der High Court 2013 eine Klage gegen die Permit-Pflicht ab, das Rückkehrrecht galt damit praktisch nur für 189 Erwachsene und ihre Kinder. 2014 eröffnete Gem Diamonds im Südosten des Reservats die Diamantmine Ghaghoo, auf Land, das die San als ihres ansehen.
Mitte September 2008 brannte es in und um das Reservat. Das Feuer erfasste rund 80 Prozent der Fläche, woher es kam, ist bis heute ungeklärt.
- Dauer
- drei bis vier Nächte, zwei davon im Deception Valley
- Kosten
- BWP 190 pro ausländischem Erwachsenen und Tag seit April 2022, Fahrzeug P50 bis P115 je nach Quelle (Stand Oktober 2026)
- Wann
- Januar bis April, wenn nach dem Regen das Wild in den Tälern steht
Unser TippTank in Rakops voll und fahr so los, dass du lange vor Toresschluss am Matswere Gate bist. Die 45 Kilometer Sand dorthin dauern länger, als die Zahl vermuten lässt.
Central Kalahari Game Reserve: häufige Fragen
Gibt es in der Zentral-Kalahari Wasser und Sprit?
Nein. Auf den Campingplätzen im Central Kalahari Game Reserve gibt es weder Trinkwasser noch Treibstoff noch Handynetz. Die letzten Tankstellen liegen in Rakops und Ghanzi, Wasser für alle Tage bringst du selbst mit.
Wann sieht man in der Zentral-Kalahari die meisten Tiere?
Von Januar bis April, nach dem Regen. Dann wächst in den fossilen Tälern wie dem Deception Valley frisches Gras, und die Herden aus Oryx, Springböcken und Gnus ziehen in die Pfannen.
Kann man in die Zentral-Kalahari ohne Buchung fahren?
Für Übernachtungen im Central Kalahari Game Reserve brauchst du eine Buchung bei der Wildschutzbehörde DWNP oder bei Bigfoot Tours. Auf Grundlage dieser Buchung stellt die DWNP das Permit aus.
Leben in der Zentral-Kalahari noch San?
Nur wenige. Nach den Umsiedlungen von 1997 und 2005 blieben etwa 250 Menschen, und obwohl ein Gericht 2006 die Vertreibung für illegal erklärte, galt das Rückkehrrecht nach einem Urteil von 2013 praktisch nur für 189 Erwachsene und ihre Kinder.