Botswana ist ein Land für Selbstfahrer, aber eines mit eigenen Regeln. Links fahren, nachts stehen bleiben, Sand lesen lernen. Dazu Tankstellen, die einige hundert Kilometer auseinanderliegen, und Campingplätze ohne Zaun, durch die nachts wilde Tiere laufen.
Das meiste davon lässt sich vorher planen. Der Rest ist Gewohnheit, nach drei Tagen schaust du von selbst nach links und tankst bei jeder Gelegenheit.
- Verkehr
- linksTempo 120 auf Asphalt, 60 in Orten, 40 in Parks
- Reifendruck
- 1,6 bis 1,8 barim Tiefsand, nach Angaben von Anbietern
- Pula
- 15,10 BWPfür 1 Euro am 14. Oktober 2026
- Strom
- 220/240 VStecker Typ G (eckig) und Typ M (rund)
- Zeit
- UTC+2ohne Sommerzeit, im deutschen Winter eine Stunde voraus
Linksverkehr, Tempolimits und Führerschein
In Botswana fährst du links. Auf Asphalt gelten nach Angaben der Botswana Tourism Organisation höchstens 120 km/h, in Ortschaften 60 und in den Parks 40. In Parks, Reservaten und abgelegenen Gebieten ist Allrad Pflicht. Mit einem Kleinwagen kommst du nach Maun und Kasane, aber in kein Camp im Busch.
Als Führerschein verlangt das Auswärtige Amt den internationalen Führerschein zusammen mit dem deutschen oder eine amtliche englische Übersetzung des deutschen. Für Österreicher gilt laut Außenministerium in Wien dasselbe. Der internationale Führerschein ist die einfachere Lösung, ihn stellt die Führerscheinstelle aus.
Nachts nicht fahren, und tagsüber auf Tiere achten
Das Auswärtige Amt schätzt das Unfallrisiko nach Einbruch der Dunkelheit als extrem hoch ein. Fahrzeuge sind schlecht oder gar nicht beleuchtet, und auf den Straßen stehen Wild und freilaufende Haustiere wie Rinder und Esel. Plan jede Etappe so, dass du vor Sonnenuntergang ankommst.
Auch tagsüber stehen Tiere auf den Teerstraßen. Fahr langsamer, sobald etwas am Rand steht. In den Parks gilt eine zweite Uhr: Vor Torschluss musst du auf deinem gebuchten Platz oder aus dem Park heraus sein.
Tiefsand, Pfannen und Wasser
Abseits der Teerstraßen fährst du auf Sand, und der ist oft tief. Safari-Anbieter nennen 1,6 bis 1,8 bar Reifendruck für Tiefsand. Mit weniger Luft wird die Auflagefläche größer, der Wagen schwimmt auf statt einzugraben. Bevor du wieder auf Asphalt schnell fährst, pumpst du auf.
Die Salzpfannen sind ein eigenes Kapitel. Fahr nie nach Regen auf die Pfannen, davor warnen auch die Veranstalter. 2026 war außerdem ein Hochwasserjahr im Norden, einige Pisten standen unter Wasser.
Wann welche Gegend gut befahrbar ist, steht unter Reisezeit. Die einzelnen Strecken mit Belag und Fahrzeit findest du unter Etappen.
Unser TippLass dir bei der Übergabe zeigen, wie Kompressor, Sandbleche und Wagenheber funktionieren, und üb das einmal auf dem Hof. Im Tiefsand bist du oft allein. Was die Vermieter an Bord haben, steht unter Mietwagen.
Veterinärzäune und Fleisch im Kühlschrank
Quer durchs Land ziehen sich Zäune gegen Tierseuchen, und an den Kontrollpunkten wird mitgeführtes Fleisch oft beschlagnahmt oder muss vorher gekocht sein. Kauf Fleisch deshalb erst hinter dem letzten Zaun, im Zweifel in Maun oder Kasane.
2026 kommt die Maul- und Klauenseuche dazu. Botswanas Veterinärbehörde bestätigte im März einen Ausbruch, Namibia sperrte daraufhin die Einfuhr von Fleisch, Milch, Käse und anderen Produkten von Paarhufern aus Botswana. Im Juni 2026 wurde ein weiterer Fall in Molapowabojang im Süden nachgewiesen, mit Kontrollpunkten in der Umgebung. Fährst du von Botswana nach Namibia, lass Fleisch und Milchprodukte weg. Ob die namibische Sperre noch gilt, erfährst du am Grenzposten oder bei deinem Vermieter.
Im Camp ohne Zaun
Die Campingplätze in den Parks sind in der Regel nicht eingezäunt. Der Betreiber SKL schreibt es so deutlich hin wie möglich: Wilde Tiere können in die Camps kommen. Welche Plätze du wo buchst, steht unter Camps.
Die Botswana Tourism Organisation gibt Selbstfahrern diese Regeln mit:
- Schlaf im Zelt, im Dachzelt oder im Fahrzeug, nie draußen unter freiem Himmel.
- Halt das Zelt geschlossen, auch tagsüber.
- Bau nicht auf einem Wildwechsel auf.
- Geh nicht ohne Guide zu Fuß in den Busch.
- Schwimm nicht im Okavango oder in anderen Gewässern.
- Lass Kinder keinen Moment allein.
In den SKL-Camps gilt Ruhe von 20 bis 6 Uhr. Treibstoff, Telefon und Internet gibt es dort nicht. Musst du nachts raus, leuchte erst mit der Lampe rundum.
Tanken, Wasser, Vorräte
Abseits der Hauptstraßen wird es mit Tankstellen dünn, sagt auch das Auswärtige Amt. Zwischen Maun und Kasane gibt es auf der Pistenroute durch Moremi und Chobe keine einzige. Auf direktem Weg sind das rund 500 Kilometer. Mit Pirschfahrten kommen nach Rechnung eines Forums eher 700 zusammen. Der Veranstalter Ostrich Trails kam auf seiner Route auf 976 Kilometer zwischen zwei Tankstellen und 114 Liter Diesel.
Die Botswana Tourism Organisation empfiehlt mindestens 100 Liter Treibstoff in Langstreckentanks oder Metallkanistern. Beim Wasser rät sie zu mindestens 20 Litern pro Person, in der Kalahari zu 50 bis 100.
Der Staat setzt Höchstpreise für Treibstoff. Seit dem 7. Juli 2026 kostet Diesel höchstens P20,93 pro Liter, Benzin 95 höchstens P18,21, Stand Oktober 2026. Das sind beim Kurs vom 14. Oktober rund 1,39 Euro für den Liter Diesel.
Geld: Pula, Karten, Automaten
Die Währung heißt Pula (BWP), ein Pula hat 100 Thebe. Am 14. Oktober 2026 gab es für einen Euro 15,10 Pula, im Mai 2026 waren es noch rund 15,69. An vielen Automaten funktioniert die Maestro-Karte, das Limit liegt nach Angaben des Auswärtigen Amts häufig bei umgerechnet 100 bis 500 Euro pro Karte und Tag.
In den Städten zahlst du mit Visa und Mastercard. Tankstellen und Läden auf dem Land nehmen oft nur Bargeld, und zum Monatsende werden die Scheine in den Automaten manchmal knapp. Nimm deshalb etwas Euro oder US-Dollar als Reserve mit. Ausführen darfst du höchstens 50 Pula (Stand Oktober 2026), den Rest tauschst du vor dem Abflug zurück oder gibst ihn aus. Wie du Parkgebühren am Gate bezahlst, steht unter Kosten.
Handy, eSIM und Strom
Drei Netzbetreiber teilen sich das Land: Mascom, Orange Botswana und BTC mit der Mobilfunkmarke beMobile. Laut Selectra erreicht das 5G-Netz von Orange rund 30 Prozent der Bevölkerung. Im Okavango-Delta, im Chobe-Nationalpark und in der Zentralkalahari ist es lückenhaft oder fehlt ganz.
Datentarife als eSIM verkaufen internationale Anbieter, sie laufen über Mascom oder Orange. Eine Prepaid-eSIM direkt vom Netzbetreiber für Touristen ist nicht ausgeschrieben. Wer eine lokale Nummer braucht, kauft eine SIM-Karte im Supermarkt oder an der Tankstelle. Für den Notfall im Busch verleihen Vermieter wie Bushlore Satellitentelefone.
Die Steckdosen liefern 220 bis 240 Volt. Du findest eckige Stecker nach britischem Muster und runde nach südafrikanischem, also Typ G und Typ M. Nimm einen Adapter für beide mit.
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Botswana freiwillig, sagt die Botswana Tourism Organisation. Die Empfehlungen der Veranstalter gehen auseinander. Expert Africa nennt 10 bis 20 US-Dollar pro Gast und Tag für einen Gruppen-Guide, 20 bis 40 für einen privaten Guide und 5 bis 10 für Mokoro-Poler, Tracker und übriges Personal. Discover Africa nannte im Oktober 2025 höher 20 Dollar für den Guide, 15 für den Tracker und 20 für das Personal, jeweils pro Person und Tag. Gib Pula oder US-Dollar. Nur diese beiden Währungen werden laut Discover Africa angenommen.
Drohnen und Fotografieren
Die Drohne lässt du für eine Safari besser zuhause. Nach Angaben mehrerer Anbieter verbietet eine Verordnung der Luftfahrtbehörde CAAB Flüge über Nationalparks und Wildschutzgebieten. Ausländer müssen die Behörde mindestens sieben Tage vorher schriftlich informieren, und wer Wildtiere stört, riskiert eine Strafe bis 5.000 Pula, Stand Oktober 2026. Willst du trotzdem fliegen, frag direkt bei der CAAB unter info@caab.co.bw nach.
Militärische Anlagen und sicherheitsrelevante Gebäude darfst du laut Auswärtigem Amt nicht fotografieren. Das gilt auch für das Parlament in Gaborone.
Wie sicher ist Botswana?
Die beiden Außenministerien klingen unterschiedlich. Das österreichische führt Botswana in Sicherheitsstufe 1, guter Sicherheitsstandard. Das Auswärtige Amt schreibt im Oktober 2026, die Kriminalität sei von einem vergleichsweise niedrigen Niveau stark angestiegen. Taschendiebstahl und Raub von Kreditkarten nennt es vor allem für Gaborone, dazu Überfälle auf Fußgänger und Autofahrer, auch bewaffnet, besonders nach Einbruch der Dunkelheit.
Innenpolitisch ist das Land stabil, Demonstrationen kommen vor. Halt Wertsachen im Auto außer Sicht. Und geh in Gaborone nach Dunkelheit nicht zu Fuß.
NotfallNotrufe in Botswana: Polizei 999, Ambulanz 997, Feuerwehr 998. Die Touristenpolizei erreichst du unter +267 395 1161 oder +267 399 3815. Wen du im Busch für einen Rettungsflug anrufst, steht unter Einreise und Gesundheit.
Häufige Fragen
Wie viel Luft lässt man in Botswana im Tiefsand ab?
Für die Sandpisten in Botswana nennen Safari-Anbieter einen Reifendruck von 1,6 bis 1,8 bar. Vor der nächsten Teerstraße pumpst du die Reifen wieder auf.
Sind die Campingplätze in Botswanas Nationalparks eingezäunt?
Nein, die Campingplätze in den Parks und Reservaten Botswanas sind in der Regel nicht eingezäunt, wilde Tiere können jederzeit durchs Camp laufen. Die Botswana Tourism Organisation rät, nur im Zelt, Dachzelt oder Auto zu schlafen, nicht auf Wildwechseln zu campen und Kinder nie aus den Augen zu lassen.
Kann man in Botswana mit Karte bezahlen?
In den Städten nehmen viele Geschäfte Visa und Mastercard, und an vielen Automaten funktioniert auch die Maestro-Karte. Tankstellen und Läden in abgelegenen Gebieten nehmen oft nur Bargeld, deshalb gehören Pula in bar in jedes Auto.
Darf man in Botswana eine Drohne fliegen?
Über Nationalparks und Wildschutzgebieten verbietet eine Verordnung der Luftfahrtbehörde CAAB nach Angaben von Anbietern das Fliegen. Ausländer müssen die CAAB außerdem mindestens sieben Tage vorher schriftlich informieren. Für eine Safari bleibt die Drohne besser zuhause.
Hat man im Okavango-Delta Handyempfang?
Im Okavango-Delta, im Chobe-Nationalpark und in der Zentralkalahari gibt es kein oder nur lückenhaftes Mobilfunknetz, und die Parkcamps haben weder Telefon noch Internet.
