Kudus im Staub einer kahlen Fläche im Nxai-Pan-Nationalpark

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Beste Reisezeit für Botswana

Halb sechs im Juni, der Atem steht als Wolke vor dem Dachzelt, und die Finger finden den Reißverschluss nur langsam. Unten am Feuerplatz knackt das erste Holz, der Kaffee dampft schon, bevor er im Becher ist.

Foto: 123RF

Zwei Stunden später ziehst du die Jacke aus. So geht der Winter in Botswana: kalte Nächte, klare Tage, kein Regen. Von Mai bis September fallen in Maun im langjährigen Mittel höchstens fünf Millimeter im Monat.

Der Sommer ist die Regenzeit. Sie läuft von November bis März, im Januar kommen in Maun rund 100 Millimeter zusammen. Im Norden regnet es mehr als doppelt so viel wie in Maun: Kasane am Chobe misst 1.044 Millimeter im Jahr, Maun 452. Oktober und April sind Übergangsmonate.

Und dann ist da noch das Delta, das seinem eigenen Kalender folgt. Sein Wasser steigt, wenn es im Land längst nicht mehr regnet.

Trockenzeit
Mai bis OktoberMaun: unter 20 mm Regen pro Monat
Regenzeit
November bis MärzKasane im Januar: 193 mm
Hochwasser Delta
Juni bis AugustWasser aus dem Hochland Angolas
Maun im Juli
25 / 6 GradTag und Nacht im Mittel
Kasane im Oktober
36 Gradmittlerer Tageswert, Rekord 41 Grad

Monat für Monat: Maun und Kasane

MonatMaun °CRegen MaunKasane °CRegen KasaneWas los ist
Jan32 / 19104 mm31 / 20193 mmRegenzeit, Zebras in den Pfannen
Feb31 / 1995 mm31 / 19139 mmRegenzeit, Zebras in den Pfannen
Mär31 / 1881 mm30 / 19118 mmFlutwelle aus Angola unterwegs
Apr31 / 1525 mm30 / 1652 mmRegen läuft aus, Zebras ziehen weiter
Mai28 / 105 mm29 / 128 mmTrockenzeit, Wasser breitet sich aus
Jun25 / 61 mm26 / 98 mmHochwasser im Delta, kalte Nächte
Jul25 / 6< 1 mm26 / 9< 1 mmHochwasser, Hauptsaison
Aug29 / 90 mm30 / 125 mmHochwasser, Tiere am Wasser
Sep32 / 141 mm34 / 166 mmWasser sinkt, heiße Tage
Okt35 / 1917 mm36 / 1924 mmheißester Monat, Elefanten am Chobe
Nov34 / 1943 mm34 / 20108 mmerste Regen
Dez32 / 1981 mm32 / 20152 mmRegenzeit, Zebras ziehen zur Nxai Pan

Mittlere Höchst- und Tiefstwerte, gerundet. Maun: Deutscher Wetterdienst, ohne Angabe des Zeitraums. Kasane: Météo Climat, 1991 bis 2020. Beide nach den Klimatabellen der englischen Wikipedia, abgerufen am 14.10.2026.

Juni und Juli: klare Tage, kalte Nächte

Im Juni und Juli kommt Maun tagsüber auf gut 25 Grad. Nachts sinkt das Thermometer im Mittel auf 6,2 Grad, in Kasane auf 8,5 bis 9,1. Das sind Durchschnittswerte, einzelne Nächte werden kälter. Im Dachzelt brauchst du einen Schlafsack für Temperaturen nahe null, dazu Mütze und Fleece für die Pirschfahrt am frühen Morgen.

Diese Wochen gelten als Kern der Safarisaison. Die Botswana Tourism Organisation nennt den Winter von Mai bis August als beste Zeit für Tierbeobachtungen, September und Oktober gleich dahinter. Je trockener das Land, desto mehr Tiere halten sich an Flüssen und Wasserstellen auf.

Die Malaria macht in diesen Monaten eine Pause, aber keine vollständige. Für das Delta, Maun und Moremi stuft das Auswärtige Amt das Risiko von Juni bis August als mittel ein, von September bis Mai als hoch. Im nördlichen Ngamiland und am Chobe gilt ganzjährig hohes Risiko. Was das für Prophylaxe und Mückenschutz heißt, steht unter Einreise und Gesundheit.

Oktober: der heißeste Monat

Ab September wird es schnell warm. Im Oktober liegt der Tageswert in Maun im Mittel bei 34,6 Grad, in Kasane bei 35,8. Der Rekord für Kasane steht bei 41,0 Grad, gemessen in einem Oktober. Nachts liegt das Mittel bei 19 Grad.

Für die Tiere ist das die härteste Zeit. Für dich ist sie oft die ergiebigste, denn je länger der letzte Regen zurückliegt, desto enger drängen sich die Tiere an den Flüssen. Der Veranstalter Expert Africa nennt Juli bis November als Saison für den Chobe-Fluss. Plan im Oktober die Mittagsstunden im Schatten ein und fahr früh am Morgen und am späten Nachmittag.

Der Flutpuls im Delta

Der Okavango bringt sein Wasser aus dem Hochland von Angola, wo der Regen im Sommer fällt. Bis die Flutwelle das Delta erreicht, vergehen Monate. Im März ist sie unterwegs. Ab April und Mai breitet sie sich aus, und den höchsten Stand erreicht das Wasser von Juni bis August, mitten in der Trockenzeit. Ab September geht es zurück.

Für dich heißt das: Wer im Juli kommt, hat trockene Pisten in Chobe und den Pfannen und zugleich volle Kanäle im Delta. Der Anbieter Maun Mokoro Trips fährt seine Zweitagestouren im Mokoro, dem Einbaum, von Mai bis September.

2026 ist ein Hochwasserjahr. Starker Regen in Angola und im Norden Botswanas ließ das Wasser früher kommen als sonst, meldete der Branchenverband ATTA im April. Moremi war ab März wegen Überschwemmungen gesperrt und öffnete am 13. April 2026 nur eingeschränkt. Third Bridge blieb nach ATTA bis auf Weiteres zu, die Strecke von Khwai nach Xakanaxa war nicht befahrbar, die von Khwai zum South Gate galt als schwierig.

Mitte Mai beschrieb der Camp-Betreiber Wilderness die Lage so: Das Wasser breite sich früher und weiter aus als in den Jahren davor, im Savuti-Kanal sei es seit dem 8. April über vier Kilometer vorgerückt. In Mombo fahren wieder Boote und Mokoros, in manchen Konzessionen sind die Pirschfahrten dagegen eingeschränkt, weil weniger trockenes Land bleibt. Die Guides rechnen damit, dass Kanäle bis spät in die Trockenzeit offen bleiben.

Planst du Moremi für 2026 oder Anfang 2027, frag vor der Buchung beim Betreiber des Platzes nach, welche Strecken offen sind. Third Bridge vergibt die Xomae Group in Maun. Wer welchen Platz führt, steht unter Camps in den Parks.

Zebras in den Pfannen, die Kalahari nach dem Regen

Mit dem Regen kehrt sich das Bild um. Die Tiere verteilen sich, weil überall Wasser steht, und an Chobe und Moremi wird es ruhiger. Dafür füllen sich die Pfannen im Osten.

Von Januar bis März stehen die Zebras in den Makgadikgadi-Pfannen und im Nxai-Pan-Nationalpark, zusammen mit vielen Jungtieren und Zugvögeln. Von April bis Juli ziehen sie nach Angaben von Expert Africa zurück an den Boteti, im Dezember wieder Richtung Nxai Pan. Wie weit sie wandern? Da gehen die Angaben auseinander. Expert Africa nennt rund 1.000 Kilometer im Jahr, National Geographic gut 300 Meilen hin und zurück.

Auch für die Kalahari nennen Reiseveranstalter die Regenzeit von November bis März. Für Selbstfahrer hat das einen Haken.

AchtungFahr nach Regen nie über eine Salzpfanne. Der Veranstalter Mtembezi Safaris schreibt die Regel in Großbuchstaben: „NEVER drive the pans after rain.“ Das gilt für Makgadikgadi und Nxai Pan ebenso wie für die Pfannen der Kalahari.

Grüne Saison und Hochsaison: was das am Preis macht

Lodges und Vermieter ziehen ihre Saisongrenzen selbst, eine gemeinsame Regel gibt es nicht. Beim Camp-Betreiber Wilderness reicht die Hochsaison 2026 von Juni bis Oktober, beim Atzaró Okavango von Juni bis September, bei Pulse Africa von Juni bis August. Belmond führt April und Mai 2026 als grüne Saison.

Die Unterschiede sind groß. Im Atzaró kostet eine Nacht in der grünen Saison gut ein Drittel des Preises der Hochsaison, in Mombo liegt der November rund ein Drittel unter Juni bis Oktober (Tarife 2026, Stand Oktober 2026). Um Weihnachten und Neujahr verlangt Mombo wieder den Hochsaisonpreis. Von Dezember bis Mitte Januar sind nach Angaben eines Veranstalters außerdem viele Reisende aus dem Land selbst unterwegs.

Beim Mietwagen ist es ähnlich. Bushlore teilt das Jahr 2026 für Abholungen in Maun und Kasane in vier Saisons: Low vom 5. Januar bis 19. März, Medium vom 20. März bis 30. Juni und ab 11. November, High vom 1. bis 19. Juli und vom 16. August bis 10. November, Peak vom 20. Juli bis 15. August. In der Peak-Saison zahlst du für denselben Hilux mit Dachzelt 60 Prozent mehr als in der Low Season (Tarif 2026, Stand Oktober 2026). Die Beträge stehen unter Kosten, Ausstattung und Versicherung unter Mietwagen.

Unser TippLeg den Start der Reise auf den 16. August statt auf Ende Juli. Bei Bushlore fällt der Tagessatz dann von Peak auf High, und du hast immer noch Trockenzeit und Hochwasser im Delta. Bei Lodges lohnt der Blick auf Mai und November, wenn die Saisongrenzen des Hauses es hergeben.

Pisten in der Regenzeit

Der Regen im Norden fällt oft heftig. Kasane misst im Januar im Mittel 193 Millimeter, im Dezember 152. Dann können Pisten unter Wasser stehen, auch solche, die im Juli staubtrocken waren.

Wie schnell das gehen kann, zeigte der März 2026, als Moremi ganz gesperrt wurde. Fährst du zwischen Dezember und April, plan Puffertage ein und frag am Gate oder beim Platzbetreiber nach dem Zustand der Strecke. In Parks und Reservaten schreibt die Tourismusbehörde ohnehin Allrad vor.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für eine Selbstfahrer-Safari in Botswana?

Für Selbstfahrer passen in Botswana die Monate Mai bis Oktober. Es regnet in Maun und Kasane kaum, die Pisten sind trocken, und in Chobe und Moremi ziehen die Tiere ans Wasser. Im Juni und Juli sind die Nächte kalt, im Oktober steigt der Tageswert in Maun im Mittel auf 35 Grad.

Wann steht das Okavango-Delta unter Wasser?

Das Hochwasser im Okavango-Delta erreicht seinen Höhepunkt zwischen Juni und August, also mitten in der Trockenzeit. Es stammt aus dem Regen in Angola. 2026 kam es früher und breitete sich weiter aus als in den Jahren davor.

Wann sieht man die Zebras in den Makgadikgadi-Pfannen?

Die Zebras stehen nach dem Regen von Januar bis März in den Makgadikgadi-Pfannen und im Nxai-Pan-Nationalpark. Nach Angaben des Veranstalters Expert Africa ziehen sie von April bis Juli zurück Richtung Boteti und ab Dezember wieder zur Nxai Pan.

Lohnt sich Botswana in der Regenzeit?

In der grünen Saison von etwa November bis März kosten Lodges in Botswana deutlich weniger, manche nur rund ein Drittel des Hochsaisonpreises, und der Mietwagen ist von Januar bis Mitte März am günstigsten. Dafür regnet es vor allem im Norden kräftig, und die Salzpfannen darfst du nach Regen nicht befahren.

Wie kalt wird es nachts in Botswana?

In Maun liegt der Tiefstwert im Juni und Juli im langjährigen Mittel bei rund 6 Grad, in Kasane bei 8 bis 9 Grad. Tagsüber sind es zur selben Zeit um 25 Grad. Wer im Dachzelt schläft, braucht einen warmen Schlafsack.