Wer in Botswana nicht selbst fährt, reist von Lodge zu Lodge, und zwischen den Camps im Delta liegt kaum eine Straße. Also fliegst du. Ein Linienflug bringt dich nach Maun oder Kasane, von dort geht es im Kleinflugzeug weiter, laut Anbietern 15 bis 45 Minuten bis zum Camp. Gepirscht wird mit Guide, im offenen Wagen, im Mokoro oder zu Fuß.
Billig ist das nicht. Und das ist gewollt. Seit 1990 setzt Botswana auf wenige, zahlungskräftige Gäste, die Politik heißt „high value, low volume“. Daraus folgen kleine Camps, große Gebiete für wenige Fahrzeuge und Preise, die im Delta schnell vierstellig werden, in US-Dollar pro Person und Nacht.
- Flugzeit
- 15 bis 45 Minutenvon Maun zum Camp im Delta, laut Anbietern
- Gepäck
- 20 kgbei Mack Air einschließlich Handgepäck, nur weiche Taschen
- Lodgepreise
- USD 740 bis 5.043pro Person und Nacht, Beispiele für 2026
- Hochwasser
- Juni bis Augustim Delta, das Wasser kommt aus Angola
- Vorlauf
- bis zwei Jahreso früh laufen Buchungen laut Branchenverband HATAB
Konzession oder Reservat: wer wo was darf
Rund 40 Prozent der Welterbefläche Okavango liegen im Moremi Game Reserve. Der Rest teilt sich in 18 Wildlife Management Areas und Jagdgebiete, verwaltet von Community Trusts oder privaten Konzessionsinhabern. Das ganze Gebiet ist Stammesland unter dem Tawana Land Board. Nördlich des Deltas folgen die Konzessionen Kwando, Selinda und Linyanti, Selinda mit 1.350, Linyanti mit 1.250 Quadratkilometern. Die Botswana Tourism Organisation beschreibt dort kleine private Camps mit „vielleicht nur zwanzig Gästen“.
Für dich zählt der Unterschied im Programm. Im Moremi-Reservat gelten die Parkregeln: Pirschfahrten nur bei Tageslicht, nur auf den Pisten, keine Nachtfahrten und keine Wanderungen. Das schreiben Expert Africa und Africa Geographic übereinstimmend. In den privaten Konzessionen dürfen Camps offroad fahren, nachts pirschen und zum Teil zu Fuß gehen. Die Wanderungen bieten nach Africa Geographic ausgewählte Lodges an, nicht alle. Auch die Community-Konzession bei Khwai erlaubt Nachtfahrten und Offroad.
Dazu kommt das Gedränge. Im Reservat teilst du einen Leoparden mit allen, die gerade auf der Piste sind, Selbstfahrer eingeschlossen. In der Konzession kommen nur die Wagen der eigenen Lodge, und deren Zahl hängt an ihren Betten, wie Africa Geographic schreibt. Frag deshalb bei jedem Camp, ob es in einer Konzession liegt oder im Reservat. Der Name „Delta“ allein sagt darüber nichts.
Wasser-Camp oder Land-Camp: der Flutpuls entscheidet
Das Wasser des Deltas fällt nicht in Botswana. Es regnet von Januar bis Februar im angolanischen Hochland, die Welle braucht etwa einen Monat für rund 1.200 Kilometer und breitet sich von März bis Juni über das Delta aus. Am höchsten steht sie von Juni bis August, mitten in der Trockenzeit. So steht es bei Wikipedia, dort ohne Einzelbeleg. 2026 kam das Wasser nach Branchenberichten früher als sonst und überflutete Pisten und einige Landepisten.
Daran hängt die Wahl des Camps. In der Trockenzeit bieten nur Camps am permanenten Wasser im Norden des Deltas Mokoro und Boot an, schreibt der Veranstalter Southern Destinations. Camps an saisonalen Flutflächen sind vor allem zum Hochwasser auf dem Wasser unterwegs, danach mit dem Wagen. Viele Wasser-Camps fahren zusätzlich Pirsch. Nicht jedes Camp im Delta hat ganzjährig Wasser vor dem Zelt, und in Dürrejahren wird es auch an permanenten Kanälen knapp.
Unser Rat für eine Woche: ein Camp am Wasser und eines auf trockenem Land, wo die großen Tiere unterwegs sind. Reist du zwischen Oktober und März, frag gezielt, welche Wasseraktivität das Camp in deinem Monat wirklich anbietet.
Die Monate im Einzelnen mit Klima, Flut und Saisonpreisen findest du auf der Seite Reisezeit.
Mokoro und Boot
Das Mokoro ist ein schmales Boot, das ein Poler im Stehen mit einer Stange durch die Kanäle schiebt. Kein Motor. Man hört das Schilf an der Bordwand. Im Motorboot kommst du auf den breiten, permanenten Kanälen weiter und schneller, oft zum Sonnenuntergang. Schwimmen im Okavango solltest du nicht, darauf weist die Botswana Tourism Organisation ausdrücklich hin.
Ohne Lodge geht es auch. Maun Mokoro Trips bietet für 2026/27 zwei Nächte mit Zelt, Vollpension, Mokoro und Pirschwanderungen für USD 625 pro Person an, Abfahrt dienstags von Mai bis September (Stand der Anbieterseite 2026/27). Das ist die einfachste Art, das Delta vom Wasser aus zu sehen, ohne fünfstellig zu zahlen.
Fly-in: Kleinflugzeug, weiche Tasche, 20 Kilo
Direktflüge von Europa nach Botswana gibt es Stand Oktober 2026 nicht. Du kommst über Johannesburg, Windhoek oder Addis Abeba nach Maun oder Kasane. Ab dort fliegen Charterfirmen wie Mack Air und Wilderness Air zu den Camps und zwischen ihnen. Die Sitze bucht meist der Veranstalter mit dem Paket, Mack Air verkauft sie aber auch direkt.
Beim Gepäck sind die Buschflieger streng. Mack Air erlaubt 20 Kilogramm pro Person, Handgepäck eingeschlossen, davon höchstens 5 Kilogramm Handgepäck. Erlaubt sind nur weiche Taschen. Keine Rollen, kein Rahmen, keine festen Seiten, und höchstens 30 × 35 × 70 Zentimeter groß. Wer mehr braucht, kauft einen Zusatzsitz für 30 Kilogramm mehr. Wer über 115 Kilogramm wiegt, muss eventuell ebenfalls einen zweiten Sitz kaufen. So steht es in den Bedingungen von 2023, die Mack Air im Januar 2025 hochgeladen hat.
Die Botswana Tourism Organisation nennt andere Werte, auf einer Seite 12 Kilogramm, auf einer anderen 15 Kilogramm plus 5 Kilogramm Handgepäck. Maßgeblich ist, was die Fluggesellschaft deines Fluges schreibt.
AchtungPack für die Buschflüge in eine weiche Reisetasche und lass den Rollkoffer im Hotel in Maun oder Kasane oder beim Veranstalter. Frag vorher, ob er die Aufbewahrung anbietet. Kamera und Fernglas zählen beim Gewicht mit.
Für die Nacht vor dem ersten oder nach dem letzten Buschflug findest du Häuser in Maun und Kasane bei den Unterkünften.
Kasane ist der zweite Startpunkt, vor allem für Chobe, Savuti und den Linyanti. Wie viel das kostet, zeigt ein Beispiel: Belmond rechnet für seine Rundreise 2026 die Leichtflüge ab und bis Maun ein. Wer in Kasane beginnt oder endet, zahlt pro Person und Strecke USD 280 in der grünen Saison, 260 in der Zwischensaison und 235 in der Hochsaison zu (Belmond, Preisliste 2026).
Was eine Lodge-Safari kostet
Alle Beispiele gelten pro Person und Nacht und stammen von den Betreibern selbst oder von Buchungsportalen. Bei Atzaró kostet die Hochsaison mehr als das Zweieinhalbfache der grünen Saison.
- Mombo (Wilderness): USD 3.285 vom 1. November bis 19. Dezember 2026, USD 5.043 von Juni bis Oktober 2026 und über die Festtage. Enthalten sind Mahlzeiten, zwei Aktivitäten am Tag, Parkgebühren, Wäsche und lokale Getränke. Den Flug nennt Wilderness nicht ausdrücklich. Stand Oktober 2026.
- Vumbura Plains (Wilderness): ab USD 3.945 in der Hauptsaison von Juni bis Oktober 2026, laut einem Buchungsportal.
- Eagle Island Lodge (Belmond): ab USD 2.540, mit Angeboten von USD 2.030 im April und Mai 2026, laut einem Buchungsportal.
- Atzaró Okavango: 2026 USD 740 in der grünen Saison, 1.310 in der Zwischensaison und 1.980 in der Hochsaison, dazu USD 85 Conservation Levy (Preisliste 2026, Stand September 2026).
- Oddballs' Camp, das einfache Delta-Camp: USD 425 bis 530 (Stand 2024), bei einem Vermittler USD 504 bis 551 je nach Aufenthaltsdauer (Stand Juli 2025). Preise für 2026 liegen nicht vor, frag beim Camp.
Für eine ganze Woche mit Flügen nannte der Veranstalter Pulse Africa rund USD 5.000 pro Person als Einstieg (Stand August 2025). Tourlane bewarb eine Fly-in-Safari über 12 Tage ab 6.430 Euro und eine über 10 Tage durch Nordbotswana ab 4.240 Euro pro Person (Stand August 2026). Was in diesen Preisen genau steckt, regelt jedes Angebot selbst.
Trinkgeld kommt dazu, und darüber sind sich die Veranstalter nicht einig. Expert Africa nennt für den Guide USD 10 bis 20 pro Gast und Tag und für den Mokoro-Poler USD 5 bis 10. Discover Africa setzt höher an, mit USD 20 für den Guide und USD 15 für den Tracker. Beides sind Richtwerte. Freiwillig bleibt Trinkgeld laut Botswana Tourism Organisation trotzdem.
Wie sich Lodge-Nächte, Flüge und Parkgebühren zu einem Reisebudget addieren, rechnet die Seite Kosten durch.
Wer die Camps betreibt
Zwei Namen tauchen ständig auf. Wilderness betreibt im Delta unter anderem Mombo und Vumbura Plains und veröffentlicht die Preise auf der eigenen Website. Belmond führt 2026 zwei Häuser: Eagle Island im Delta und Savute Elephant Lodge in Savuti. Die Khwai River Lodge steht seit 2024 nicht mehr in den Belmond-Broschüren, nur noch in der von 2022.
Daneben gibt es kleinere Häuser wie Atzaró Okavango und Oddballs' Camp. In den gängigen Hotelportalen fehlen die Camps im Delta und in den Konzessionen fast alle. Gebucht werden sie beim Betreiber oder über einen Veranstalter, die Flüge dazu meist über den Veranstalter.
Selbst fahren und trotzdem zwei Nächte Lodge
Du musst dich nicht entscheiden. Chobe, Savuti und Khwai sind mit dem Dachzelt gut zu machen, das innere Delta mit Mombo oder Vumbura ist es nicht. Die Lösung ist ein Abstecher. Du fliegst von Maun aus für zwei oder drei Nächte in ein Camp und fährst danach weiter.
Oder du baust zwei Lodge-Nächte in einer Konzession in die Route ein, etwa bei Khwai. Dort bekommst du genau das, was dir auf dem Campingplatz im Reservat fehlt: eine Nachtfahrt und einen Guide, der weiß, wo die Wildhunde gestern waren. Veranstalter verkaufen diese Mischung als Paket, Tourlane etwa eine 4x4-Safari über 14 Tage ab 6.300 Euro (Stand August 2026). Selbst zusammenstellen geht auch, mit Mietwagen, Campingplätzen und einem Charterplatz bei Mack Air.
Wo du das Auto bekommst und was es kostet, steht unter Mietwagen. Welche Campingplätze in Moremi, Khwai und Savuti wem gehören und wie du sie buchst, steht bei den Camps.
Wann buchen, und was ein Veranstalter übernimmt
Buchungen laufen nach Angaben des Tourismusverbands HATAB bis zu zwei Jahre im Voraus. Die Camps sind klein. Wer eine bestimmte Lodge in der Hochsaison will, plant ein Jahr oder mehr ein.
Ein Veranstalter stellt die Camps zusammen, bucht die Charterflüge und sorgt dafür, dass die Wechsel passen. Ob Flüge und Parkgebühren im Preis stecken, ist von Paket zu Paket verschieden: Mombo rechnet die Parkgebühren ein, Belmond die Flüge ab Maun. Bei Atzaró kommt die Conservation Levy extra. Schreib dir deshalb für jedes Camp auf, was drin ist.
Unser TippSchließ eine Auslandskrankenversicherung ab, die den Rücktransport per Ambulanzflug einschließt. In Maun hat MRI Botswana einen Stützpunkt, der private Rettungsdienst betreibt laut Branchenverband HATAB das einzige ständig besetzte Ambulanzflugzeug des Landes. Was ein Einsatz kostet, klärst du vorher mit deiner Versicherung.
Häufige Fragen
Was darf man in einer privaten Konzession in Botswana, was im Moremi-Reservat verboten ist?
Im Moremi Game Reserve fahren Lodges nur bei Tageslicht und nur auf den Pisten, Nachtfahrten und Pirschwanderungen sind dort nicht erlaubt. In den privaten Konzessionen rund um das Okavango-Delta und am Linyanti bieten Camps nach Angaben von Safari-Veranstaltern Offroad-Fahrten, Nachtfahrten und zum Teil geführte Wanderungen an.
Wie viel Gepäck darf man auf einem Buschflug ins Okavango-Delta mitnehmen?
Mack Air erlaubt 20 Kilogramm pro Person einschließlich Handgepäck, und zwar nur in weichen Taschen ohne Rollen und ohne Rahmen. Die Botswana Tourism Organisation nennt geringere Grenzen, deshalb gilt, was die Fluggesellschaft deines Fluges schreibt.
Wann kann man im Okavango-Delta mit dem Mokoro fahren?
Das hängt vom Camp ab. Camps am permanenten Wasser im Norden des Okavango-Deltas bieten Mokoro und Boot auch in der Trockenzeit an, Camps an saisonalen Flutflächen vor allem zum Hochwasser, das im Delta von Juni bis August am höchsten steht.
Sind die Parkgebühren im Preis einer Lodge im Okavango-Delta enthalten?
Bei vielen Lodges ja, aber nicht überall. Wilderness nennt sie für Mombo ausdrücklich als enthalten, andere Camps rechnen Abgaben wie eine Conservation Levy extra ab, deshalb steht das in jedem Angebot einzeln.
Kann man eine Selbstfahrerreise durch Botswana mit einem Fly-in ins Delta verbinden?
Ja. Du fährst Chobe, Savuti oder Khwai selbst und fliegst für zwei oder drei Nächte von Maun aus in ein Camp im Delta. Veranstalter verkaufen das als Paket, Mack Air verkauft Sitzplätze auch direkt.
