Sonnenuntergang über einer Lagune im Okavango-Delta

Parks und Sehenswertes · Delta und Maun

Okavango-Delta

Unter der Cessna glänzen Wasserarme zwischen runden Inseln, jede mit einem Ring aus Palmen. Dann setzt das Flugzeug auf einer Sandpiste auf, und am Rand der Piste steht schon der Wagen aus dem Camp.

Foto: 123RF

Das Okavango-Delta ist ein Binnendelta. Der Okavango kommt aus Angola, fließt durch Namibia und erreicht bei Mohembo Botswana. Dort fächert er sich in einem flachen Graben im Kalahari-Becken auf. Er erreicht nie ein Meer: 96 bis 98 Prozent des Wassers verdunsten oder versickern, nur ein kleiner Rest fließt über Thamalakane und Boteti ab. Am 22. Juni 2014 wurde das Delta als 1000. Stätte ins Welterbe der UNESCO aufgenommen.

Welterbe der UNESCO, als 1000. Stätte
2014
Wasser, das jedes Jahr ins Delta strömt
rund 11 km³
Höchststand der Flut laut Wikipedia
Juni bis August
Vogelarten im Delta
über 400

Wie groß das Delta ist, hängt vom Wasser ab. Die englische Wikipedia nennt 6.000 bis 15.000 Quadratkilometer, die Tourismusbehörde BTO 15.000 bis 22.000. Auf dieser Fläche ändert sich die Höhe um weniger als zwei Meter, von Mohembo bis Maun fällt das Wasser nur rund 60 Meter. Deshalb verteilt es sich so breit.

Rund 40 Prozent der Welterbefläche liegen im Moremi Game Reserve, dem einzigen Teil, in den du selbst fahren kannst. Der Rest sind 18 Wildlife Management Areas, die Gemeinden oder private Konzessionäre verwalten. Dort stehen die Lodges, und die meisten erreichst du nur mit dem Kleinflugzeug ab Maun.

Der Flutpuls aus Angola

Das Wasser im Delta stammt nicht aus Botswana. Im Januar und Februar regnet es im Hochland von Angola, und die Flutwelle braucht rund einen Monat bis ins Delta. In den folgenden vier Monaten breitet sie sich aus. Den Höchststand erreicht das Delta in der Trockenzeit, laut Wikipedia zwischen Juni und August, laut UNESCO im Juni und Juli. In Maun fällt dann kein Regen mehr.

Genau das zieht die Tiere an. Rundherum trocknet das Land aus, im Delta stehen Lagunen und Kanäle voll. Wenn das Wasser ab September zurückgeht, bleiben Wasserlöcher und Lagunen, an denen sich die Herden drängen.

Wie hoch die Flut steigt, schwankt stark. 2025 war das Wasser laut einem Veranstalter in Maun so hoch wie zuletzt 2017. 2026 nennen Branchenberichte eine der größten Fluten seit Jahrzehnten. Moremi war ab März 2026 gesperrt und öffnete am 13. April nur eingeschränkt, einige Pisten und Landepisten standen unter Wasser.

Inseln, Palmen und Papyrus

Die Inseln im Delta sind oft aus Termitenhügeln entstanden, nach Wikipedia rund 70 Prozent. Auf dem Hügel schlägt ein Baum Wurzeln, Sand sammelt sich, die Insel wächst. In der Mitte vieler Inseln reichert sich Salz an, dort bleibt ein weißer Fleck, auf dem nur noch Palmen stehen. Die größte Insel ist Chief's Island, über 70 Kilometer lang, früher Jagdgebiet des Häuptlings und heute Teil von Moremi.

In den tiefen Kanälen wächst Papyrus. Von dort stammt auch das Bild, das viele vom Delta im Kopf haben: der Mokoro, ein schmaler Einbaum, den ein Führer mit einer Stange durch die flachen Rinnen stakt. Früher war er aus Ebenholz oder dem Holz des Leberwurstbaums, heute meist aus Glasfaser.

Welche Tiere im Delta leben

Elefanten, Löwen, Leoparden, Büffel, Flusspferde und Krokodile leben im Delta. Das häufigste große Säugetier ist der Litschi-Wasserbock, Wikipedia schätzt rund 88.000 Tiere. Dazu kommen Sitatunga, Wildhunde, 71 Fischarten und über 400 Vogelarten.

Nashörner gibt es im Delta kaum noch. 2019 lebten im nördlichen Delta rund 150. In den Jahren 2020 und 2021 töteten Wilderer 92 davon, die übrigen 40 hat die Regierung ausgeflogen. Im Mai und Juni 2020 starben außerdem rund 330 Elefanten, nach Angaben der Wildschutzbehörde durch Giftstoffe von Blaualgen in Wasserstellen. Medien nannten 2024 die Zahl 350.

Wie du ins Delta kommst

Mit dem eigenen Allrad fährst du nur in den Osten, nach Moremi und in die Gemeindegebiete um Khwai. Ins Innere des Deltas führt keine Straße. Die Lodges dort erreichst du mit dem Kleinflugzeug ab Maun, meist in 15 bis 45 Minuten. Was du im Camp machst, hängt von seiner Lage ab: Wo genug Wasser steht, geht es mit dem Mokoro oder dem Motorboot hinaus, auf trockeneren Inseln mit dem offenen Geländewagen.

Achtung beim Gepäck. Mack Air, eine der Chartergesellschaften in Maun, erlaubt 20 Kilo pro Person einschließlich Handgepäck, nur in weichen Taschen ohne Rollen und Rahmen. Die Lodges sind teuer, schließen aber oft Mahlzeiten, Aktivitäten und Parkgebühren ein, Wilderness etwa bei Mombo.

Botswana setzt im Delta bewusst auf wenige zahlende Gäste. 2014 zählte die UNESCO 2.129 Touristenbetten im Gebiet, 2017 kamen 52.638 Besucher.

Dauer
drei bis vier Nächte in einem oder zwei Camps, mit dem Allrad zwei bis drei Nächte in Moremi
Kosten
Moremi BWP 270 pro ausländischem Erwachsenen und Tag seit April 2022, Erhöhung 2026 verschoben (Stand Oktober 2026); in Lodges oft im Preis enthalten
Wann
Juni bis August bei Hochwasser für Mokoro-Touren; Juli bis Oktober für die meisten Tiere an den Lagunen

Unser TippPack für den Buschflug eine weiche Reisetasche statt eines Koffers, Mack Air nimmt nur weiches Gepäck bis 20 Kilo mit. Und frag bei der Buchung, ob dein Camp ein Wasser- oder ein Landcamp ist, wenn du unbedingt im Mokoro fahren willst.

Unterkünfte in Maun

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Okavango-Delta: häufige Fragen

Woher kommt das Wasser im Okavango-Delta?

Das Wasser im Okavango-Delta kommt aus dem Hochland von Angola, wo es im Januar und Februar regnet. Die Flutwelle erreicht das Delta in der Trockenzeit Botswanas, den Höchststand nennt Wikipedia für Juni bis August.

Kann man mit dem eigenen Auto ins Okavango-Delta fahren?

Mit dem eigenen Allrad kommst du nur an den Ostrand des Okavango-Deltas, nach Moremi und Khwai. Ins Innere führen keine Straßen, die Lodges dort erreichst du mit dem Kleinflugzeug ab Maun.

Wie groß ist das Okavango-Delta?

Die Größe des Okavango-Deltas hängt von der Flut ab. Die englische Wikipedia nennt 6.000 bis 15.000 Quadratkilometer, die Tourismusbehörde Botswanas 15.000 bis 22.000.

Seit wann ist das Okavango-Delta Welterbe?

Die UNESCO hat das Okavango-Delta am 22. Juni 2014 als 1000. Stätte in die Welterbeliste aufgenommen. Es ist eines der wenigen Binnendeltas, die nicht ins Meer münden.