Einzelner Baum in der trockenen Grasebene des Moremi-Wildreservats

Parks und Sehenswertes · Delta und Maun

Moremi Game Reserve

Am Ende der Piste steht das Wasser knietief über dem Sand, und im Gras dahinter grasen Litschi-Wasserböcke. Der Fahrer stellt den Motor ab, steigt nicht aus und schaut lange auf die andere Seite.

Foto: 123RF

Das Moremi Game Reserve schützt den Osten des Okavango-Deltas. Es ist der einzige Teil des Deltas, den du mit dem eigenen Allrad befahren darfst. Nur rund 30 Prozent der Fläche sind festes Land, der Rest ist Wasser, Schilf und Überschwemmungsebene. Wie weit du kommst, entscheidet jedes Jahr die Flut. 2026 war das Reservat deswegen wochenlang gesperrt.

zum Wildreservat erklärt, auf Initiative der Batawana
1963
Fläche, je nach Quelle
rund 3.900 bis 5.000 km²
South Gate (Maqwee) und North Gate (Khwai)
2 Gates
Vogelarten im Reservat
fast 500

Moremi entstand 1963 auf Initiative von Elizabeth Pulane Moremi, der Witwe von Chief Moremi III. der Batawana. Die Regentin sorgte sich um die vielen Tiere, die Jäger schossen. Ein Wildreservat wurde es und kein Nationalpark, damit die San, die dort lebten, bleiben durften. In den 1970er Jahren kam Chief's Island dazu, das alte Jagdgebiet des Häuptlings.

Wie groß Moremi ist, beantworten die Quellen verschieden. Die deutsche Wikipedia nennt 4.871 Quadratkilometer, die englische knapp 5.000, die Tourismusbehörde BTO rund 3.900. Übernachten kannst du als Selbstfahrer an vier Stellen: South Gate, Xakanaxa, Third Bridge und North Gate bei Khwai.

Mopane, Lagunen und Wildhunde

Moremi wechselt auf wenigen Kilometern das Gesicht. Mopanewald und Akazien stehen neben offenen Überschwemmungsebenen, Lagunen und Papyrus. Du siehst Elefanten, Büffel, Löwen, Leoparden, Flusspferde, Giraffen, Zebras und Gnus. Fast 500 Vogelarten sind gezählt.

Moremi ist eines der wichtigen Gebiete für Afrikanische Wildhunde. Seit 1989 läuft hier ein Forschungsprojekt, deshalb tragen manche Tiere ein Halsband mit Sender. Am meisten Tiere siehst du von Juli bis Oktober. Dann trocknen die saisonalen Pfannen aus, und das Wild zieht an das dauerhafte Wasser.

Was aus den Nashörnern wurde

Im nördlichen Delta lebten 2019 rund 150 Nashörner, die meisten Botswanas im Grasland um Moremi. Ab April 2019 töteten organisierte Banden in zehn Monaten 46 Tiere, fast ein Zehntel aller Nashörner des Landes. Mitte 2020 begann die Regierung, den Tieren die Hörner abzusägen und sie umzusiedeln. Bis Anfang Mai 2020 waren nach Agenturberichten 56 Tiere gewildert.

Es reichte nicht. In den Jahren 2020 und 2021 wurden im Delta 92 Nashörner getötet, die letzten 40 hat die Regierung ausgeflogen. Ein Regierungsbericht von 2023 nennt 33 gewilderte Tiere für 2021 und sechs für 2022. Rechne in Moremi nicht mit Nashörnern.

Gates, Zeiten und Gebühren

Von Maun sind es rund 92 Kilometer bis zum South Gate, die Hälfte davon Piste, du brauchst etwa zwei Stunden. Vom South Gate nach Xakanaxa sind es 42 Kilometer, dafür rechnet man zweieinhalb Stunden. Im Norden liegt das North Gate am Khwai, von dort geht es weiter nach Savuti und Kasane. Die Gates öffnen von April bis September um 6 Uhr und schließen um 18.30 Uhr, von Oktober bis März gilt 5.30 bis 19 Uhr, Stand der Quelle Juli 2025.

Die Parkgebühr zahlst du am Gate. Seit April 2022 verlangt die Wildschutzbehörde DWNP 270 Pula pro ausländischem Erwachsenen und Tag, Stand Oktober 2026. Eine Erhöhung auf 500 Pula war für April 2026 geplant, das Ministerium hat sie am 31. März verschoben. Für das Fahrzeug nennen Vermieter und Portale 50, 75 oder 115 Pula pro Tag, eine amtliche Tabelle fehlt. Nimm Bargeld mit, die Kartenleser an den Gates gelten als unzuverlässig.

Ohne gebuchten Stellplatz lassen dich die Gates laut Vermietern und Betreibern nicht hinein. Die Plätze buchst du bei den privaten Betreibern in Maun, die Parkgebühr kommt getrennt dazu.

Die Flut 2026 und die Pisten

Die Pisten in Moremi ändern sich mit dem Wasserstand. Bei Hochwasser stehen Wege unter Wasser. Im heißen Sommer wird dafür der Sand tief. Für Wasserdurchfahrten brauchst du einen Schnorchel am Wagen, und über die Brücken im Reservat dürfen nur Fahrzeuge unter fünf Tonnen. Bei Starkregen zwischen Januar und März kann das Reservat bis zu zwei Wochen ganz schließen.

2026 kam die Flut früh und hoch. Ab März war Moremi gesperrt, am 13. April öffnete die DWNP wieder, aber nur teilweise. Die Strecke vom South Gate nach Xakanaxa war für kleinere Fahrzeuge befahrbar, die Strecke von Khwai nach Xakanaxa nicht, und Third Bridge blieb zu. Ende Mai galten die Wege um Xakanaxa und vom South Gate nach Khwai nur ohne Regen als nutzbar. Eine Wiedereröffnung von Third Bridge wurde bis Mitte Oktober 2026 nicht gemeldet. Frag vor der Fahrt beim DWNP-Büro oder bei deinem Campbetreiber in Maun nach.

Dauer
zwei bis vier Nächte, etwa South Gate oder Xakanaxa und dann Khwai
Kosten
BWP 270 pro ausländischem Erwachsenen und Tag seit April 2022, Fahrzeug 50, 75 oder 115 Pula je nach Quelle (Stand Oktober 2026)
Wann
Juli bis Oktober für die meisten Tiere; Januar bis März Pisten oft überflutet

Unser TippRuf vor der Abfahrt in Maun beim Betreiber deines Stellplatzes an und frag, welche Strecken gerade offen sind, 2026 war Third Bridge noch im Mai gesperrt. Tank in Maun voll, im Reservat und auf dem Weg nach Kasane gibt es keinen Diesel.

Moremi Game Reserve: häufige Fragen

Warum ist Moremi ein Wildreservat und kein Nationalpark?

Moremi wurde 1963 als Wildreservat ausgewiesen, damit die San, die dort lebten, bleiben durften. In einem Nationalpark wäre das nicht möglich gewesen.

Gibt es in Moremi noch Nashörner?

Nach Wilderei ab 2019 hat die Regierung die letzten 40 Nashörner aus dem Okavango-Delta ausgeflogen. In Moremi rechnest du deshalb nicht mit Nashörnern.

Ist Third Bridge in Moremi nach der Flut 2026 wieder offen?

Third Bridge war nach der Flut 2026 gesperrt, auch als Moremi im April eingeschränkt wieder öffnete. Bis Mitte Oktober 2026 wurde keine Wiedereröffnung gemeldet, frag beim Betreiber oder beim DWNP in Maun nach.

Wann sieht man in Moremi die meisten Tiere?

In Moremi siehst du von Juli bis Oktober die meisten Tiere. Dann trocknen die saisonalen Pfannen aus, und das Wild sammelt sich am dauerhaften Wasser.