Tsodilo Hills

Die Tsodilo Hills liegen im nordwestlichen Botswana. Um die vier wie an einer Linie aus dem Busch ragenden Hügel ranken sich unzählige Legenden und viele Reisende berichten nach ihrem Besuch von einem nahezu „magischen“ Flair des Ortes.

Ein magischer Ort

Auf Deutsch bedeutet „Tsodilo“ so viel wie „der Fels, der flüstert“. Allein die Namen der vier Hügel sind Magie genug: Der größte ist der „Male Hill“, der männliche Hügel, danach kommen der „Female Hill“, der weibliche und der „Child Hill“, also das Kind.

Etwas abseits der anderen liegt der „North Hill“, der nördliche Hügel, bei dem es sich nach einer Legende der Buschmänner um die ungeliebte und streitlustige Ehefrau des „Male Hill“ handelt. Nachdem ihr Mann ihrer überdrüssig wurde, soll er sie verstoßen haben. Mit rund 400 Metern ist der „Male Hill“ die höchste Erhebung, der kleinere „Child Hill“ ist gerade einmal 40 Meter hoch.

Tsodilo Hills in BotswanaZeichen im FelsFelsmalerei in den Tsodilo Hills

Die Wiege der Welt

Einst lebten die Buschmänner, die San, in dem Gebiet. Aus archäologischen Funden und den Felsmalereien lässt sich schließen, dass die ersten Menschen hier bereits vor rund 30.000 Jahren siedelten. Für die San sind die Tsodilo Hills ein heiliger Ort. Ihrem Glauben nach entstand an dieser Stelle die Welt und sie gehen davon aus, dass sich die Geister ihrer Ahnen hier befinden. Geologischen Forschungen zufolge gibt es in der Gegend Gesteinsformationen, die rund eine Milliarde Jahre alt sind.

Das „Louvre der Wüste“

Berühmt sind die Tsodilo Hills vor allem wegen der vielfältigen spektakulären Felsmalereien. Mehr als 4.000 vorwiegend ockerfarbene Zeichnungen warten auf Entdeckung. Die Malereien stammen aus der Spätsteinzeit und der Eisenzeit und wurden vermutlich von den San gefertigt. Zum größten Teil handelt es sich um Tierdarstellungen. Vor allem in der Nähe des „Female Hills“ finden sich viele Zeichnungen. In einem Museum nahe der Flugpiste können Besucher sich über die Geschichte des Ortes informieren. Zahlreiche Steinwerkzeuge wurden in dem Gebiet gefunden. Die UNESCO erklärte die gesamte Region im Jahr 2001 zum Welterbe.

Verschiedene Zeichen im FelsFelsmalereiFelsmalerei

Der Schriftsteller Sir Laurens van der Post bezeichnete die Gegend um die Hills als „Louvre der Wüste“. Er berichtet in seinen Büchern auch von unerklärlichen Ereignissen in der Nähe der Hügel. So sollen beispielsweise elektronische Geräte in der Nähe der Hills gestreikt haben und seine Reisegruppe soll heftig von Bienen attackiert worden sein. Van der Post führte das darauf zurück, dass einige Mitglieder seiner Gruppe unerlaubt in der Region gejagt hatten. Der Legende nach bringen Jagen oder Töten in der Nähe der Hügel Unglück. Van Post verfasste daraufhin einen Entschuldigungsbrief, den er unter einer Felszeichnung vergrub. Diese Stelle wurde nach dem Schriftsteller benannt.

Besucher können die Tsodilo Hills mit einem Kleinflugzeug von Maun aus erreichen. Möglich ist auch eine Fahrt vom rund 50 Kilometer entfernten Shakawe aus. Reisende, die den Ort erforschen wollen, müssen sich im kleinen Museum an der Flugpiste anmelden. Es ist möglich die Hills auf eigene Faust zu erkunden, wobei dazu geraten wird, sich für einige Routen einen Führer zu engagieren. Gerade in den Sommermonaten kann es in der Region unerträglich heiß werden, so dass die beste Zeit für einen Besuch dieses magischen Ortes die Monate zwischen April und Oktober ist.

Die gezeigten Fotos wurden im April 2007 von Joachim Huber aufgenommen.