Kalahari

Nach Ansicht der San, der Buschmänner, kann man in der Kalahari “nachts die Sterne singen hören”. Und so ist es wohl auch. Die insgesamt 1,2 Millionen Quadratkilometer große Wüste verspricht neben endloser Weite eine unglaubliche Stille.

Wellenförmige Dünen prägen das Bild der Kalahari

Die afrikanische Wüste erstreckt sich über insgesamt sieben südafrikanische Länder von Südafrika bis nach Kongo, Angola und Sambia. Dabei liegt der ausgedehnteste Teil in Botswana, das Land ist zu mehr als drei Vierteln von der Halbwüste bedeckt. Die Kalahari ist eigentlich keine “richtige” Wüste sondern vielmehr eine riesige Trockensavanne. Weite Teile der Sandwüste sind Naturschutzgebiet und es gibt viele Nationalparks in der Region, unter anderem das Moremi Game Reserve, das Central Kalahari Game Reserve und nicht zuletzt das weltberühmte Okavango Delta.

Die Kalahari bei Sonnenuntergang

Die Kalahari bei Sonnenuntergang

Vor mehr als 60 Millionen Jahren entstand die Kalahari durch die Erosion weicher Gesteinsmengen. Der Wind formte das einmalige Muster des Sandes. So entstand das für die Kalahari typische Erscheinungsbild, die länglichen wellenförmigen Dünen aus rötlichem Sand, die “Sand Ridges”. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Dünen durch Akazienbäume, Gräser und Dornensträucher stabilisiert, so dass sich die Kalahari in den weitesten Teilen als Trockensavanne präsentiert.

Woher der Name Kalahari stammt, ist nicht eindeutig belegt. Vielfach wird berichtet, dass es sich um eine Ableitung des Tswana-Wortes “Kgalagadi” für großen Durst oder wasserlosen Platz handelt.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kalahari zum Zufluchtsort der San-Bevölkerung, die von anderen Bantustämmen und den Buren aus dem restlichen südafrikanischen Gebiet vertrieben wurde. Bereits seit 30.000 Jahren lebten Buschmänner in der Kalahari und im südlichen Afrika und das Volk hat seine Lebensumstände perfekt an die karge Wüste angepasst. Bekannt sind die San bei uns unter anderem wegen ihrer eigentümlichen Sprache, die aus Schnalz- und Klacklauten besteht.

Die Kalahari als Lebensraum der San-Bevölkerung

San bei der Jagd

San bei der Jagd

Im gesamten südafrikanischen Gebiet leben heute noch etwa 100.000 San, 49.000 davon in Botswana. Nur noch sehr wenige der Buschmänner leben auf traditionelle Weise als Jäger und Sammler. Die botswanische Regierung hat das Jagen in den Naturschutzgebieten verboten und so den San ihren natürlichen Lebensraum weitgehend genommen, beziehungsweise stark eingeschränkt. Seit 1997 kam es zu einer Reihe von Zwangsumsiedlungen. In Siedlungen am Rande der Kalahari sollen die San Ackerbau und Viehzucht lernen, was allerdings ihrem eigentlichen Lebensstil widerspricht. Viele Buschmänner fühlen sich nicht wohl und gehen zurück in die Wüste. Auch Bemühungen der Regierung, die San in den Tourismus zu integrieren, erweisen sich als schwierig.

Mit Unterstützung von Hilfsorganisationen erstritten sich die Buschmänner im Jahr 2006 ein Bleiberecht in der Kalahari. Erst im letzten Jahr gelang es ihnen auf gerichtlichem Wege auch das Recht auf einen eigenen Brunnen in dem Naturschutzgebiet durchzusetzen.

Als “Hauptstadt” der Kalahari gilt der Ort Ghanzi, der wirklich mitten im Nirgendwo liegt. Die ersten Siedlungen von Weißen entstanden in der Gegend um 1870. Heute gibt es in der Region vor allem viele Rinderfarmen. Das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass Ghanzi auf einem Kalksteinkamm liegt, der über viel Quellwasser verfügt. Für Reisende gibt es in Ghanzi und Umgebung einige sehr komfortable Lodges. Auch Fahrer auf dem Trans Kalahari Highway, der den Atlantischen mit dem Indischen Ozean verbindet, machen häufig in Ghanzi Station.